Gefrorene Elfentränen

Sabine Ultsch

Gefrorene Elfentränen

Das letzte Elfentor

Leseprobe:

Wieder griffen sie an. Tembelin holte das Elbenfeuer hervor, und schleuderte in höchster Not das Feuer in die Gruppe seiner Feinde. Das hielt diese Kreaturen aber nicht lange auf Distanz. Scheinbar war der Verlust einiger ihrer Artgenossen, nicht von besonderer Bedeutung für diese Bestien. Ohne jeglicher Emotion, oder Regung setzten sie ihre Angriffe fort. Wieder und wieder, ohne zu ermüden warfen sie sich nach vor, wo einer ausfiel ersetzten ihn sofort zwei Neue. Es war nur mehr eine Frage der Zeit wie lange sie dieser Übermacht standhielten. Bevor sie diesen Ungeheuern in die Hände fielen, würde er sich und seine Lieben töten, das versprach er sich selbst. Tembelin wußte nun, wie Barim zu seinen Wunden gekommen war, sie sollten nicht so Enden. Unvermutet wichen die Scheusale zurück. Ein Licht, gewaltiger Lärm, dann Schreie. Die Rufe seines Freundes Wrluw. Mit Feuer und Äxten hieben sie auf die schleimigen Mißgeburten ein, die sich nun angesichts neuer Kämpfer fluchtartig in ihre Löcher zurückzogen. Tembelin konnte zuerst gar nicht glauben das sie gerettet waren, erst als er Wrluw in die Augen blickte war er von seiner Rettung überzeugt. Sie fielen sich überglücklich in die Arme. „Euch kann man keinen Augenblick alleine lassen“ feixte er, als er den Elfen endlich losließ. „Wie konntest du so schnell bei uns sein?“ fragte der Elb verwundert und außer Atem, nach dem er wieder Luft bekam. Noch einmal drückte der alte Solchmer seinen Freund vor Erleichterung an seine starke Brust. Nun japste Tembelin nur mehr, doch es war besser als gefressen zu werden. Das Reden übernahm ohnehin sein Bruder „Es hat mir keine Ruhe gelassen, also machte ich mich mit ein paar meiner Leute kurz nach eurer Abreiße auf den Weg. Wäre ich nicht noch einmal zurückgegangen um ein paar Sachen zu holen, hätte ich euch vermutlich schon überholt“ lachte der Zottelmann herzhaft. „Ihr seid sehr langsam vorangekommen wie mir scheint“ grinste spitzbübisch dabei, „Wie man sieht, hattet ihr unsere Hilfe bitter nötig. Ich möchte mir gar nicht ausmalen, was passiert wäre, wenn meine innere Stimme mich nicht dazu gezwungen hätte, euch zu folgen.“ Der Elf sah den Tiermenschen an, „Weis Cybolonia, welch Glück ich habe dich meinen Freund zu nennen!“ Vor Rührung wischte sich der Solchmer eine Träne aus seinem Zottelgesicht. „Genug davon!“ er drehte sich weg, „Ihr solltet euch jetzt besser hinlegen, bemerkte Wrluw sehr bewegt. Noch nie nannte ihn ein Wesen von der Oberwelt einen Freund, das tat ihm gut. Geächtete waren sie gewesen und nun dieses Wunder, der Freundschaft. Der Solchmer teilte einige Männer zur Wache ein, dann wies Wrluw, die kleine Familie an, sich schlafen zu legen, die Erschöpfung stand ihnen ins Gesicht geschrieben. „Reden können wir später. Ich passe schon auf, keine Sorge, bei mir seit ihr in Sicherheit!“ und er schlug sich stolz auf die Brust. Tembelin´s Wunde an seiner Stirn war wieder aufgebrochen und schmerzte in gewaltig, nur seine Erschöpfung rettete ihn in den Schlaf, unruhig warf er sich dabei hin und her. Als Tembelin erwachte, hatte Morgel schon eine anständige Suppe gekocht, das war inzwischen eines ihrer Lieblingsbeschäftigungen geworden. Er grölte irgend eine Melodie vor sich her, vor der man annehmen konnte, das es einmal in grauer Vorzeit ein Kampflied gewesen war. Als wäre nie Schreckliches passiert, wie den Abend zuvor, plauderten und lachten die Zottelwesen um das Lagerfeuer. So vertrieben sie die Geister der vorangegangenen Nacht.

Format: 13,5 x 21,5 cm
Seitenanzahl: 766
ISBN: 978-3-7103-3161-9
Erscheinungsdatum: 03.05.2017
EUR 36,90 als Buch